Mittwoch, 11. März 2009

Vorschriften

Ich habe die Sache mit der Vorschrift durch die Politik hinsichtlich Handy und Internet für Kinder durchaus ernst gemeint! Und wenn Sie gemäßigter Natur sind, fragen Sie sich zu Recht: „Übertreibt er jetzt nicht sehr?“ Ich möchte Ihnen sofort antworten: „Mit Tanten!“ Unverständlich? Ach ja, es heißt ja „mitnichten“. Verzeihen Sie bitte meinen Hang zum Wortwitz an dieser Stelle. Ich versuche mich zu mäßigen.

Schauen wir uns doch mal das Nichtrauchergesetz und dessen Umsetzung an! Ich höre den Aufschrei bis hierher! Sollten Sie zu den militanten Nichtrauchern gehören die dieses Gesetz befürworten, tun Sie dies auch zu recht (aus Ihrer Sicht)! Ich habe dies bisher absichtlich nicht erwähnt, damit Sie weiter lesen! Ich habe Sie also in gewisser Weise betrogen, wofür ich mich hiermit entschuldige! Dies wiederum macht mich zu einem sehr feinfühligen Mitmenschen. Hinterhältig, aber sensibel! Entscheiden Sie selbst, ob Sie sich meinen Gedanken dennoch hingeben wollen.

Das Nichtrauchergesetz, oder präziser gesagt, das "Gesetz zum Schutze der Nichtraucher"! Zunächst einmal wurde dies aus Brüssel vorgegeben! Aha, Deutschland ist also kein souveräner Staat mehr! Peng – an dieser Stelle klinken sich alle Politiker wegen persönlicher Beleidigung aus. Aber wie sonst soll ich die vorgebrachte Argumentation einiger Politiker deuten? So sagte z.B. die für die Umsetzung zuständige Senatorin eines Bundeslandes der BRD in der Presse: „Ich verstehe die Aufregung nicht! Nach der EU-Richtlinie wurde dies in anderen EU-Ländern doch auch schon umgesetzt!“ Hört, hört! Und wie ist das mit der Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen? Sagte nicht kürzlich unsere allseits beliebte Kanzlerin, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung mit ihr nicht zu machen sein wird! Hmm, also gibt es den souveränen deutschen Staat in einigen Teilbereichen der Politik sehr wohl! In anderen nicht! Liebe Frau Senatorin, verstehen Sie es nun?

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Der Schutz des Nichtrauchers ist eine sehr sinnvolle Sache an sich! Und obwohl ich mich als aktiver Raucher eher auf der ablehnenden Seite befinde, sehe ich das Grundprinzip durchaus ein! Damit sitze ich nun als Ketzer zwischen allen Stühlen, ich weiß. Aber warum sollte ich neben einem Nichtraucher paffen, wenn ihn dies stört? Nicht alle Raucher sind gleichzeitig böswillige Zeitgenossen! Was will uns die Forschung glauben machen: Passivraucher sind einem weit höheren Risiko der Krebserkrankung ausgesetzt, als Raucher selbst! Aha! Wäre es dann nicht eine logische Konsequenz, dem Nichtraucher eine Rauchvorschrift aufzuerlegen, damit er die achso leeren Kranken-Kassen nicht mit seiner Erkrankung belasten möge? Hatte ich schon erwähnt, dass ich ein Sarkast und Ketzer sein kann? Nun, diese Lösung ist natürlich abwegig, da sie einen deutlichen Eingriff in die private Entscheidungsfreiheit des Nichtrauchers darstellt! Aber ebenso abwegig ist der Eingriff in die private Entscheidungsfreiheit des Rauchers, dies nicht mehr tun zu dürfen, was er so gerne tut: Rauchen! Also gab es kein generelles Rauchverbot! Es darf weiter geraucht werden und fragt man den zuständigen Finanzminister, soll sogar weiter geraucht werden, da er nämlich ansonsten ein riesiges, mehrere Milliarden Euro großes Loch in der Staatskasse stopfen müsste! Aber bitte nicht mehr in der Öffentlichkeit! Aha! Nun, wenn der typische Raucher nicht in der Öffentlichkeit rauchen darf, wo raucht er dann? Da wo es keinen fremden Nichtraucher schädigt: In seiner Wohnung, streng nach dem Motto: „My home is my castle! And my castle has a chimney!“ wird ihm keine Wahl bleiben! Nun stellt sich mir als Familienvater die Frage: „Was ist mit den heimischen Nichtrauchern?“ Sicher, die Ehefrau wird sich noch zu wehren wissen, aber was ist mit den vielen Kindern? Hat eigentlich irgendein Politiker jemals darüber nachgedacht, was das öffentliche Rauchverbot und der damit verbundene Rückgang des Rauchens in Kneipen, Restaurants und anderen öffentlichen Lokalen und Gebäuden für Folgen für die Kinder hat? Sie sind es doch, die wir schützen sollten! Sie sollen doch erst möglichst spät mit Tabak und Alkohol in Kontakt kommen! Und nun setzen unsere Politiker den „Kneipen-Rauchern“ die Stühle vor die Tür und zwingen sie sozusagen zur Verpestung der heimischen Luft! Wenn ich etwas für inkonsequent und wenig durchdacht halte, dann ist es genau das! Wie gesagt, ein generelles Rauchverbot wäre da logischer! Aber denken Sie bitte an den Finanzminister, dem jährlich rund 30 Milliarden Euro Tabak-Steuer-Einnahmen fehlen würden! Möchten Sie dies über ihre nächste Lohnsteuerabrechnung decken? Gut, Michael Schuhmacher kann darüber nur schmunzeln, aber…

Und vergessen wir bitte auch nicht die vielen Kneipenbesitzer! Bis jetzt habe ich noch nichts von einer wie auch immer gearteten „Raucherkonzession“ gehört! Und in den meist kleinen Räumlichkeiten, in denen es sich vorzüglich ein Bierchen schlürfen lässt, ist kein Platz für ein abgetrenntes „Raucher-Separee“! Wie unsere Freunde auf der Britischen Insel bereits festgestellt haben, werden Umsatzeinbußen von etwa 30% üblich sein! Damit steht auch fest, dass die Gewerbesteuer-Einnahmen der Gemeinden um eben diese 30% sinken werden! Das sollte eigentlich jeden Bürgermeister zum Verbündeten der Raucher machen! So wie vor einigen Jahren die Raucher zum Verbündeten des Militärs gemacht wurden, als die Tabaksteuer mit der Begründung angehoben wurde, dass die Kosten der Bundeswehreinsätze im Ausland über diese Erhöhung finanziert werden sollen! Was würde denn mit unseren „Jungs“ im Irak, in Afghanistan oder im Kosovo geschehen, wenn wir nun alle aufhörten zu rauchen? Wäre wenigstens der Rücktransport gesichert?

Schauen Sie sich doch abends mal um! Was sehen Sie da? Menschen die bei klirrender Kälte mit dem Glimmstengel in der Hand vor der Tür jener Kneipe stehen, in welcher ihr Bier und ihre Pizza gerade warm bzw. kalt werden, weil ihr Timing einfach nicht gut war. Ich behaupte jetzt mal sehr ketzerisch: Der typische abendliche Kneipenbesucher ist Raucher! In Restaurants mag sich das prozentuale Verhältnis sehr wohl zu Gunsten der Nichtraucher verschieben, aber in der typischen Eckkneipe? Warum sollten sich also die wenigen Nichtraucher über die vielen Raucher beschweren dürfen? In einer Demokratie gelten doch die Mehrheitsverhältnisse als Maßstab! Also warum nicht die Nichtraucher aus den Kneipen verbannen, es sei denn sie würden rauchen?
Hallo Frau Pauli! Wollen Sie mich heiraten? Für sieben Jahre!

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